Eidechsen und Geckos auf Mallorca: Arten, Vorkommen und Unterschiede

Veröffentlicht von

Wer auf Mallorca Urlaub macht, entdeckt besonders im Sommer immer wieder kleine Reptilien. Sie laufen über Mauern, sitzen abends neben einer Außenlampe oder verschwinden blitzschnell in einer Mauerspalte. Häufig werden diese Tiere einfach als Eidechsen bezeichnet. Doch auf Mallorca ist die Situation ungewöhnlicher, als viele Urlauber vermuten.

Auf der Hauptinsel sind vor allem Geckos zu beobachten. Die ursprünglich auf Mallorca heimische Balearen-Eidechse (Podarcis lilfordi) ist auf der Hauptinsel bereits seit ungefähr 2.000 Jahren ausgestorben. Sie hat jedoch auf mehreren kleineren Inseln rund um Mallorca sowie im Cabrera-Archipel überlebt.

Balearen-Eidechse
Balearen-Eidechse, auf Mallorca ausgestorben, KI-Bild

Für Urlauber bedeutet das: Ein kleines Reptil, das am Abend an der Wand des Hotels oder Ferienhauses sitzt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Balearen-Eidechse. Sehr häufig handelt es sich um einen Mauergecko oder einen Europäischen Halbfingergecko.

Beide Geckoarten sind für Menschen normalerweise harmlos. Sie ernähren sich unter anderem von Insekten und sind gerade deshalb häufig dort zu finden, wo künstliches Licht nachts Insekten anzieht.


Wer für seine Mallorca-Reise noch eine Unterkunft sucht, kann Unterkünfte auf Mallorca bei Booking.com vergleichen. Für Ausflüge und organisierte Touren gibt es außerdem Mallorca-Tagesausflüge bei GetYourGuide.


Eidechsen und Geckos auf Mallorca: die wichtigsten Arten

Für Touristen sind vor allem drei Arten interessant. Zwei davon kann man auf der Hauptinsel Mallorca antreffen, während die dritte eine besondere Rolle in der Naturgeschichte der Balearen spielt.

Art Wissenschaftlicher Name Auf Mallorca Typische Beobachtung
Mauergecko Tarentola mauritanica Ja Mauern, Häuser, Felsen, nachts bei Lampen
Europäischer Halbfingergecko Hemidactylus turcicus Ja Häuser, Mauern und andere geschützte Stellen, häufig nachts
Balearen-Eidechse Podarcis lilfordi Nicht mehr auf der Hauptinsel Vorgelagerte Inseln und Cabrera-Archipel

Gerade die Balearen-Eidechse macht das Thema interessant. Sie gehört zur ursprünglichen Tierwelt der Balearen und war einst auch auf Mallorca verbreitet. Heute muss man für eine Begegnung mit dieser Art auf bestimmte kleinere Inseln beziehungsweise in den Cabrera-Archipel fahren.

Wer sich allgemein für die Tierwelt der Insel interessiert, findet in unserem Überblick Tiere auf Mallorca weitere Arten, denen Urlauber begegnen können. Einen eigenen Artikel gibt es außerdem über die Schlangen auf Mallorca.

Gibt es Eidechsen auf Mallorca?

Diese scheinbar einfache Frage braucht eine etwas genauere Antwort.

Die Balearen-Eidechse ist eine echte Eidechse und eine für die Balearen charakteristische Art. Auf der Hauptinsel Mallorca ist sie jedoch ausgestorben. Populationen haben auf kleineren Inseln vor der Küste und insbesondere im Cabrera-Archipel überlebt.

Wer also in Palma, Alcúdia, Cala Millor, Sóller oder einem anderen Ort auf der Hauptinsel ein kleines Reptil an einer Hauswand sieht, sollte nicht automatisch davon ausgehen, eine Balearen-Eidechse entdeckt zu haben.

Besonders häufig fallen Urlaubern Geckos auf. Geckos gehören zoologisch ebenfalls zu den Schuppenkriechtieren, unterscheiden sich aber deutlich von den typischen Eidechsen, die viele aus Deutschland oder Mitteleuropa kennen.

Warum gibt es auf der Hauptinsel Mallorca keine Balearen-Eidechsen mehr?

Die Balearen-Eidechse lebte früher nicht nur auf kleinen Nebeninseln. Sie gehörte auch zur ursprünglichen Fauna der großen Inseln Mallorca und Menorca.

Vor ungefähr 2.000 Jahren verschwand die Art jedoch von den beiden Hauptinseln. Wissenschaftliche Untersuchungen bringen dieses Aussterben vor allem mit der Einführung terrestrischer Fressfeinde durch den Menschen in Verbindung. Dies sind besonders Schlangen, aber auch zum Beispiel Wiesel, Katzen und Hunde.

Das ist ein typisches Problem isolierter Inselökosysteme. Tierarten, die sich über sehr lange Zeit ohne bestimmte Fressfeinde entwickelt haben, können besonders empfindlich reagieren, wenn Menschen neue Säugetiere auf eine Insel bringen.

Auf kleinen, Mallorca vorgelagerten Inseln war die Situation anders. Einige dieser Fressfeinde gelangten dort nicht hin. Dadurch entstanden gewissermaßen natürliche Rückzugsräume, in denen Populationen der Balearen-Eidechse bis heute überleben konnten.

Diese kleinen Inselpopulationen sind wissenschaftlich besonders interessant. Da einzelne Populationen über lange Zeit voneinander isoliert waren, können sich Färbung, Körperbau und andere Eigenschaften unterscheiden.

Die Balearen-Eidechse ist also nicht vollständig ausgestorben

Das ist ein wichtiger Unterschied. Die Balearen-Eidechse ist auf der Hauptinsel Mallorca lokal ausgestorben, die Art selbst existiert jedoch weiterhin.

Heute findet man Populationen auf Küsteninseln rund um Mallorca und Menorca sowie im Cabrera-Archipel südlich von Mallorca.

Ein besonders interessantes Beispiel ist Es Colomer vor der Nordwestküste Mallorcas. Wissenschaftler untersuchen die dortige Population unter anderem deshalb, weil sie Hinweise auf die ursprünglichen Balearen-Eidechsen Mallorcas liefern kann.

Warum wurden nicht einfach andere Eidechsen auf Mallorca eingeschleppt?

Diese Frage ist komplizierter, als sie zunächst erscheint. Auf vielen Mittelmeerinseln wurden durch Schiffe, Warenverkehr, Pflanzenlieferungen und andere menschliche Aktivitäten Reptilien unbeabsichtigt verbreitet. Auch auf den Balearen gibt es solche eingeschleppten Arten.

Besonders gut dokumentiert ist dies auf Menorca. Dort kommen eingeführte Eidechsenarten vor, darunter die Ruineneidechse (Podarcis siculus) und die Brilleneidechse (Scelarcis perspicillata).

Für Mallorca sollte man daraus aber nicht automatisch folgern, dass dieselben Arten überall auf der Hauptinsel verbreitet sind. Genau hier werden Angaben im Internet schnell ungenau, weil häufig die Tierwelt der gesamten Balearen mit der Tierwelt der einzelnen Insel Mallorca gleichgesetzt wird.

Dass eine Eidechse durch den Menschen auf eine Insel gelangt, bedeutet außerdem noch lange nicht, dass daraus eine dauerhaft große Population entsteht. Für eine erfolgreiche Ansiedlung müssen mehrere Voraussetzungen zusammenkommen: Es müssen genügend Tiere überleben, geeignete Lebensräume vorhanden sein, die Tiere müssen sich fortpflanzen können und mit Fressfeinden sowie Konkurrenten zurechtkommen.

Deshalb formulieren wir es für Urlauber bewusst vorsichtig: Auf Mallorca sollte nicht jede Beobachtung eines kleinen Reptils automatisch einer eingeschleppten Eidechsenart zugeordnet werden. Die beiden für Besucher besonders relevanten und auf der Hauptinsel nachgewiesenen Arten sind Geckos.

Die Balearen-Eidechse: Mallorcas verschwundene Ureinwohnerin

Die Balearen-Eidechse (Podarcis lilfordi) ist ein Endemit der Balearen. Endemisch bedeutet, dass eine Tier- oder Pflanzenart natürlicherweise nur in einem begrenzten geografischen Gebiet vorkommt.

Sie ist damit keine gewöhnliche mediterrane Eidechse, die zufällig auch auf Mallorca lebt. Ihre Entwicklung ist eng mit der Geschichte der Balearen verbunden.

Heute bestehen zahlreiche voneinander getrennte Populationen auf kleinen Inseln und Inselgruppen. Die Tiere können sich zwischen diesen Inseln nicht ohne Weiteres austauschen. Dadurch haben sich teilweise bemerkenswerte Unterschiede entwickelt.

Wie sieht die Balearen-Eidechse aus?

Das Aussehen lässt sich nicht mit einer einzigen Farbangabe beschreiben. Gerade bei Podarcis lilfordi ist die Variabilität zwischen den verschiedenen Inselpopulationen bemerkenswert.

Je nach Population können die Tiere unter anderem grünliche, bräunliche, graue, bläuliche oder sehr dunkle Farbtöne zeigen. Auch Zeichnung und Körpergröße variieren. Deshalb wäre es irreführend, die Art beispielsweise einfach als „grüne Eidechse Mallorcas“ zu beschreiben.

Typisch ist grundsätzlich der Körperbau einer relativ schlanken Eidechse mit deutlich erkennbarem Schwanz und gut entwickelten Beinen. Damit unterscheidet sie sich für den Laien bereits recht deutlich von den gedrungener wirkenden Mauergeckos.

Wo kann man Balearen-Eidechsen sehen?

Eine der bekanntesten Möglichkeiten bietet der Cabrera-Archipel südlich von Mallorca. Dort kommen verschiedene Populationen der Balearen-Eidechse vor. Cabrera ist heute als Nationalpark streng geschützt.

Für Urlauber ist ein Besuch gleichzeitig eine Möglichkeit, eine ganz andere Seite Mallorcas kennenzulernen. Der Archipel ist vor allem wegen seiner weitgehend geschützten Landschaft und Tierwelt interessant.

Wer einen solchen Ausflug plant, kann sich hier einen Überblick über Tagesausflüge und Touren auf Mallorca bei GetYourGuide verschaffen. Vor der Buchung sollte geprüft werden, welche Inseln tatsächlich besucht werden und ob Tierbeobachtungen Bestandteil der jeweiligen Tour sind.

Wichtig: Balearen-Eidechsen sollten weder gefangen noch von einer Insel auf eine andere gebracht werden. Gerade bei isolierten Populationen können menschliche Eingriffe erhebliche Auswirkungen haben.

Mauergecko auf Mallorca – Tarentola mauritanica

Der Mauergecko (Tarentola mauritanica) ist für Mallorca-Urlauber wesentlich leichter zu entdecken als die Balearen-Eidechse.

Mauergecko
Mauergecko,KI-Bild

Wer abends auf der Terrasse sitzt und plötzlich ein kleines Reptil an der Hauswand entdeckt, hat gute Chancen, einen Mauergecko vor sich zu haben.

Die Art ist an ein Leben auf Felsen, Mauern und Gebäuden hervorragend angepasst. Besonders auffällig sind die verbreiterten Zehen, mit deren Hilfe sich die Tiere auf rauen und teilweise auch relativ glatten Oberflächen bewegen können.

So erkennt man den Mauergecko

Der Mauergecko wirkt im Vergleich zu einer typischen Eidechse relativ kräftig und gedrungen. Seine Haut erscheint rau und trägt deutlich erkennbare Höcker beziehungsweise Tuberkel.

Typische Merkmale sind:

  • relativ breiter Kopf,
  • kräftiger Körper,
  • deutlich verbreiterte Zehen,
  • raue, höckerige Haut,
  • meist graue, graubraune oder bräunliche Grundfärbung,
  • große Augen mit senkrechter Pupille,
  • gute Tarnung auf Stein und Mauerwerk.

Die genaue Färbung kann variieren. Außerdem kann die wahrgenommene Farbe je nach Licht und Untergrund unterschiedlich wirken. Die Struktur des Körpers und die breiten Zehen sind daher für Urlauber meist nützlichere Merkmale als eine bestimmte Farbe.

Warum sitzen Mauergeckos nachts an Lampen?

Das hat einen einfachen Grund: Dort gibt es Nahrung.

Außenlampen ziehen in warmen Nächten zahlreiche Insekten an. Für einen Gecko ist eine beleuchtete Hauswand deshalb ein günstiger Jagdplatz. Er muss nicht weit nach Beute suchen, sondern kann warten, bis sich ein Insekt nähert.

Deshalb sieht man Geckos häufig an:

  • Terrassenbeleuchtungen,
  • Hotelwänden,
  • Balkonen,
  • Gartenmauern,
  • Straßenlaternen,
  • beleuchteten Hauseingängen.

Gerade in den warmen Monaten sind die Chancen auf eine Beobachtung am Abend gut.

Europäischer Halbfingergecko auf Mallorca – Hemidactylus turcicus

Die zweite wichtige Geckoart ist der Europäische Halbfingergecko (Hemidactylus turcicus), der auch als Mittelmeer-Hausgecko bezeichnet wird.

Er ist ebenfalls nachtaktiv und nutzt Gebäude, Mauern, Felsspalten und andere geschützte Bereiche. Dadurch kann er ähnlich wie der Mauergecko in unmittelbarer Nähe des Menschen auftreten.

Europäische Halbfingergecko (Hemidactylus turcicus)
Europäische Halbfingergecko KI-Bild

Wie unterscheidet er sich vom Mauergecko?

Für ungeübte Beobachter können beide Arten zunächst ähnlich aussehen. Bei genauerem Hinsehen gibt es jedoch Unterschiede.

Der Europäische Halbfingergecko wirkt im Allgemeinen zierlicher und weniger massiv als der Mauergecko. Seine Haut kann teilweise leicht durchscheinend beziehungsweise rosafarben bis hell wirken. Auch der Körper erscheint schlanker.

Merkmal Mauergecko Europäischer Halbfingergecko
Wissenschaftlicher Name Tarentola mauritanica Hemidactylus turcicus
Körperbau kräftiger, gedrungener zierlicher und schlanker
Haut deutlich rau und höckerig feiner wirkend
Farbe häufig grau bis braun häufig heller, teilweise rosig
Aktivität vor allem dämmerungs- und nachtaktiv vor allem nachtaktiv
An Gebäuden häufig ebenfalls möglich
Gefährlich für Menschen? Nein Nein

Eine hundertprozentig sichere Artbestimmung sollte allerdings nicht allein anhand der Farbe vorgenommen werden. Beleuchtung, Alter des Tieres und individuelle Unterschiede können das Erscheinungsbild verändern.

Sind Geckos auf Mallorca gefährlich?

Nein. Für Urlauber stellen die auf Mallorca vorkommenden Geckos normalerweise keine Gefahr dar.

Sie sind weder Tiere, vor denen man beim Strandbesuch besondere Angst haben müsste, noch suchen sie gezielt den Kontakt zu Menschen. Bei einer Begegnung versuchen sie normalerweise eher zu fliehen.

Wer sich allgemein über Tiere informiert, bei denen auf Mallorca tatsächlich etwas mehr Vorsicht sinnvoll ist, findet dazu unsere Artikel über Petermännchen auf Mallorca, Quallen auf Mallorca und Seeigel auf Mallorca.

Auch bei Skorpionen auf Mallorca und Spinnen auf Mallorca lohnt sich eine sachliche Einordnung. Viele Tiere wirken auf Urlauber gefährlicher, als sie tatsächlich sind.

Kommen Geckos ins Hotel oder Ferienhaus?

Ja, das kann vorkommen. Ein Gecko kann durch eine geöffnete Terrassen- oder Balkontür, ein Fenster oder eine andere Öffnung in ein Gebäude gelangen.

Das ist besonders in warmen Regionen nichts Außergewöhnliches. Das Tier ist normalerweise nicht daran interessiert, sich einem Menschen zu nähern. Viel interessanter sind für den Gecko Verstecke und kleine Insekten.

Wer einen Gecko im Zimmer entdeckt, muss ihn deshalb nicht töten. Meist reicht es, dem Tier einen Fluchtweg nach draußen zu ermöglichen und etwas Abstand zu halten.

Bei der Suche nach einer Unterkunft kann man sich hier Hotels und Ferienunterkünfte auf Mallorca bei Booking.com ansehen.

Können Geckos auf Mallorca beißen?

Geckos besitzen Zähne und können grundsätzlich beißen. Für Urlauber spielt das in der Praxis jedoch kaum eine Rolle. Mauergeckos und Europäische Halbfingergeckos sind kleine Tiere, die bei einer Begegnung normalerweise versuchen zu fliehen oder sich in einer Spalte zu verstecken.

Ein Biss wäre am ehesten denkbar, wenn ein Tier gefangen, festgehalten oder stark bedrängt wird. Es gibt deshalb keinen vernünftigen Grund, einen Gecko mit der Hand aufzunehmen. Wer einen Gecko an einer Hotelwand oder auf dem Balkon entdeckt, kann ihn einfach in Ruhe lassen.

Geckos auf Mallorca sind nicht giftig und stellen für Urlauber normalerweise keine Gefahr dar. Das gilt sowohl für den Mauergecko (Tarentola mauritanica) als auch für den Europäischen Halbfingergecko (Hemidactylus turcicus). Beide Arten sind wissenschaftlich für Mallorca nachgewiesen.

Was fressen Geckos auf Mallorca?

Geckos ernähren sich überwiegend von kleinen wirbellosen Tieren. Dazu gehören verschiedene Insekten und andere kleine Gliederfüßer. Gerade deshalb sind Hauswände mit Außenbeleuchtung attraktive Jagdplätze.

Eine Lampe zieht in einer warmen Sommernacht zahlreiche Insekten an. Der Gecko muss nur in der Nähe warten und kann vorbeikommende Beute ergreifen. Urlauber können dieses Verhalten häufig auf Terrassen, an Hotelgebäuden oder an beleuchteten Mauern beobachten.

Geckos sind deshalb keine Schädlinge, die man aus einem Garten vertreiben müsste. Im Gegenteil: Sie fressen zahlreiche kleine Tiere, die sich in der Umgebung von Häusern aufhalten.

Zu den auf Mallorca vorkommenden Insekten gehören auch Stechmücken. Eine besonders bekannte eingeschleppte Art behandeln wir ausführlich im Artikel über Tigermücken auf Mallorca.


Wer für seine Mallorca-Reise noch eine Unterkunft sucht, kann Unterkünfte auf Mallorca bei Booking.com vergleichen. Für Ausflüge und organisierte Touren gibt es außerdem Mallorca-Tagesausflüge bei GetYourGuide.


Warum verlieren Geckos ihren Schwanz?

Eine der interessantesten Verteidigungsstrategien vieler Geckoarten ist die sogenannte Autotomie. Dabei kann ein Gecko einen Teil seines Schwanzes abwerfen.

Das geschieht vor allem in Gefahrensituationen. Wird ein Tier von einem Fressfeind am Schwanz gepackt, kann der Schwanz an dafür vorgesehenen Stellen abbrechen. Der abgetrennte Schwanz kann sich noch eine gewisse Zeit bewegen und dadurch die Aufmerksamkeit des Angreifers auf sich ziehen. Der Gecko erhält dadurch möglicherweise die entscheidenden Sekunden zur Flucht.

Später kann ein neuer Schwanz nachwachsen. Dieser entspricht allerdings nicht vollkommen dem ursprünglichen Schwanz. Form, Färbung und innere Struktur können sich unterscheiden.

Ein Gecko mit einem ungewöhnlich kurzen oder anders aussehenden Schwanz ist deshalb nicht zwangsläufig krank oder verletzt. Es kann sich um einen bereits regenerierten Schwanz handeln.

Darf man Geckos auf Mallorca anfassen?

Geckos sollten möglichst nicht angefasst oder gefangen werden. Dafür gibt es auch aus touristischer Sicht keinen Grund.

Die Tiere sind klein und empfindlich. Beim Versuch, einen Gecko zu greifen, kann er seinen Schwanz abwerfen oder sich verletzen. Für eine Beobachtung reicht es völlig aus, einige Schritte Abstand zu halten.

Wer einen Gecko fotografieren möchte, sollte das Tier ebenfalls nicht für ein besseres Bild anfassen oder an eine andere Stelle setzen. Besonders abends kann man Geckos oft längere Zeit beobachten, wenn man sich ruhig verhält.

Gecko im Hotelzimmer oder Ferienhaus – was tun?

Ein Gecko im Hotelzimmer kann zunächst überraschend sein, ist aber normalerweise kein Grund zur Sorge. In warmen Regionen gelangen die Tiere gelegentlich durch offene Fenster, Balkon- oder Terrassentüren in Gebäude.

Am einfachsten ist es, dem Tier einen Weg nach draußen zu ermöglichen. Eine Tür oder ein Fenster in Richtung Terrasse beziehungsweise Balkon kann geöffnet werden. Anschließend sollte man etwas Abstand halten und dem Tier Zeit geben.

Man sollte den Gecko nicht mit bloßen Händen verfolgen und nicht versuchen, ihn am Schwanz zu greifen. Geckos sind schnell und können sich in sehr kleinen Spalten verstecken.

Wer sich mit dem Tier im Zimmer unwohl fühlt, kann natürlich auch die Rezeption oder den Vermieter um Hilfe bitten.

Sind Geckos ein Zeichen für ein schmutziges Hotel?

Nein. Das Auftreten eines einzelnen Geckos sagt zunächst nichts über die Sauberkeit einer Unterkunft aus. Die Tiere leben auch an gepflegten Gebäuden und kommen vor allem dorthin, wo sie geeignete Verstecke und Nahrung finden.

Außenbeleuchtung kann sogar dazu führen, dass sich Geckos besonders häufig an Hotels und Ferienanlagen aufhalten, weil das Licht Insekten anzieht.

Wer noch eine Unterkunft für den Mallorca-Urlaub sucht, findet hier eine große Auswahl an Hotels und Ferienunterkünften auf Mallorca bei Booking.com.

Wann sieht man Geckos auf Mallorca am besten?

Die besten Chancen bestehen in der warmen Jahreszeit und nach Einbruch der Dunkelheit. Besonders der Europäische Halbfingergecko ist stark nachtaktiv. Auch der Mauergecko lässt sich häufig in der Dämmerung und nachts beobachten.

Man muss dafür keine spezielle Reptilienwanderung unternehmen. Oft genügt ein Spaziergang durch einen Urlaubsort.

Gute Stellen sind beispielsweise:

  • alte Steinmauern,
  • beleuchtete Hausfassaden,
  • Terrassen und Balkone,
  • Gartenmauern,
  • Mauerspalten,
  • Felsen,
  • Bereiche rund um Außenlampen.

Tagsüber halten sich die Tiere häufiger versteckt. Wer gezielt Steine anhebt oder in Mauerspalten greift, stört nicht nur die Tiere, sondern kann dabei auch anderen Bewohnern solcher Verstecke begegnen. Auf Mallorca kommen beispielsweise auch Skorpione und verschiedene Spinnen vor.

Gecko oder Eidechse – wie erkennt man den Unterschied?

Für Urlauber ist eine exakte zoologische Bestimmung nicht immer möglich. Einige äußerliche Merkmale helfen jedoch dabei, einen typischen Gecko von einer klassischen Eidechse zu unterscheiden.

Merkmal Gecko Typische Eidechse
Aktivität Viele Arten vor allem nachts Viele Arten überwiegend tagsüber
Augen Bei den Mallorca-Arten auffällig groß Meist weniger auffällig groß
Pupille Bei den genannten Geckos vertikal Anders ausgeprägt
Zehen Typische Haftstrukturen Schmalere Zehen ohne vergleichbare Haftlamellen
Hauswände Sehr häufig zu beobachten Weniger typisch an senkrechten Hauswänden
Körperbau Mauergecko relativ breit und gedrungen Häufig schlanker

Ein relativ kräftiges, graubraunes Tier mit breitem Kopf und deutlich höckeriger Haut ist ein guter Kandidat für einen Mauergecko. Ein kleinerer, zierlicher und teilweise fast durchscheinend wirkender Gecko kann ein Europäischer Halbfingergecko sein.

Die Farbe allein reicht für eine sichere Bestimmung jedoch nicht aus.

Wie groß werden Geckos auf Mallorca?

Der Mauergecko ist die kräftigere der beiden hier behandelten Arten und kann einschließlich Schwanz eine Gesamtlänge von deutlich über zehn Zentimetern erreichen. Der Europäische Halbfingergecko bleibt normalerweise kleiner und wirkt wesentlich zierlicher.

Bei einer nächtlichen Beobachtung erscheinen die Tiere an einer hellen Hauswand manchmal größer, als sie tatsächlich sind. Besonders der breite Kopf und die abgespreizten Zehen des Mauergeckos verstärken diesen Eindruck.

Die Balearen-Eidechse auf Cabrera

Wer tatsächlich eine für die Balearen charakteristische Eidechse beobachten möchte, für den ist der Cabrera-Archipel besonders interessant.

Die Balearen-Eidechse (Podarcis lilfordi) kommt heute auf zahlreichen kleinen Inseln und Inselchen vor Mallorca und Menorca sowie im Cabrera-Archipel vor. Eine große genetische Untersuchung nennt insgesamt 43 vorgelagerte Inseln und Inselchen sowie den Cabrera-Archipel als heutiges Verbreitungsgebiet. Die einzelnen Populationen haben sich teilweise deutlich voneinander entwickelt.

Das macht die Art biologisch ausgesprochen interessant. Unterschiede bestehen nicht nur bei der Färbung. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen auch Unterschiede in Morphologie, Verhalten und anderen biologischen Eigenschaften zwischen den isolierten Populationen.

Wie groß wird die Balearen-Eidechse?

Die Größe variiert zwischen Populationen und Geschlechtern. Untersuchungen beschreiben die Balearen-Eidechse als mittelgroße Eidechse. Bei Männchen kann die Kopf-Rumpf-Länge ungefähr 8 Zentimeter erreichen; Weibchen bleiben etwas kleiner. Hinzu kommt der Schwanz.

Warum sehen Balearen-Eidechsen nicht überall gleich aus?

Genau das ist eine Besonderheit der Art. Die Populationen leben teilweise seit sehr langer Zeit voneinander isoliert auf kleinen Inseln. Dadurch entwickelten sich erhebliche Unterschiede.

Man findet Populationen mit unterschiedlichen Färbungen und Zeichnungen. Deshalb sollte man bei Bildern der Balearen-Eidechse immer darauf achten, von welcher Insel beziehungsweise Population das Tier stammt. Ein einzelnes Foto kann nicht das Aussehen aller Balearen-Eidechsen repräsentieren. Die Forschung bestätigt eine ausgeprägte Vielfalt bei Morphologie und Pigmentierung.

Das ist auch für die Bebilderung dieses Artikels wichtig: Ein Bild mit der Beschriftung „Balearen-Eidechse“ zeigt zwar die Art, aber nicht zwangsläufig genau die Färbung, die ein Besucher auf einer bestimmten Nebeninsel Mallorcas sieht.

Warum starb die Balearen-Eidechse auf Mallorca aus?

Die heute verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse sprechen stark dafür, dass vom Menschen eingeführte Fressfeinde eine entscheidende Rolle spielten. Die Art verschwand vor ungefähr 2.000 Jahren von den großen Inseln Mallorca und Menorca.

Das spanische Inventar für Naturerbe und Biodiversität nennt als wahrscheinlichste Ursache den Druck durch eingeführte Fressfeinde. Genannt werden unter anderem Katzen, Marder und Wiesel. Kleine vorgelagerte Inseln wurden für die Eidechsen zu Rückzugsgebieten, weil bestimmte Fressfeinde diese Inseln nicht erreichten.

Man kann deshalb vereinfacht sagen: Die kleinen Inseln retteten die Balearen-Eidechse. Ohne diese isolierten Rückzugsräume wäre die Art möglicherweise in einer wesentlich schwierigeren Situation.

Aber gibt es wirklich überhaupt keine Balearen-Eidechsen auf der Hauptinsel?

Hier ist eine wichtige Präzisierung notwendig.

Die natürliche ursprüngliche Population der Balearen-Eidechse gilt auf der Hauptinsel Mallorca als ausgestorben. Das bedeutet aber nicht, dass niemals wieder einzelne Tiere auf Mallorca beobachtet wurden.

Das offizielle spanische Arteninventar erwähnt wiederholte einzelne Meldungen auf den Hauptinseln, ohne dass daraus an den genannten Stellen dauerhaft reproduzierende Populationen hervorgegangen sein müssen. Außerdem beschreibt wissenschaftliche Literatur eine kleine eingeführte Population bei Colònia de Sant Jordi im Süden Mallorcas.

Deshalb wäre die Aussage „Auf Mallorca gibt es überhaupt keine Eidechsen“ wissenschaftlich zu grob.

Für Urlauber ist folgende Formulierung genauer:

Die ursprüngliche Balearen-Eidechse ist auf der Hauptinsel Mallorca seit etwa 2.000 Jahren ausgestorben. Ihre natürlichen Populationen leben heute vor allem auf vorgelagerten Inseln und im Cabrera-Archipel. Einzelne eingeführte oder gemeldete Vorkommen auf der Hauptinsel ändern an diesem grundsätzlichen Bild nichts.

Warum haben sich nicht längst andere Eidechsen auf Mallorca ausgebreitet?

Das ist eine besonders interessante Frage, denn Mallorca wird seit Jahrhunderten intensiv vom Menschen genutzt. Schiffe transportieren Waren, Pflanzen und Baumaterial. Heute kommen zusätzlich Flugverkehr und ein sehr großer touristischer Warenverkehr hinzu. Kleine Reptilien können dabei grundsätzlich unbeabsichtigt verschleppt werden.

Eine Einschleppung allein genügt aber nicht für die Entstehung einer großen Population.

Damit sich eine neue Eidechsenart dauerhaft etabliert, müssen mehrere Tiere überleben, geeignete Lebensräume finden, Partner finden und sich erfolgreich fortpflanzen. Danach muss die Population langfristig mit Klima, Nahrung, Konkurrenten und Fressfeinden zurechtkommen.

Deshalb sollte man nicht aus dem Fehlen einer weit verbreiteten Eidechsenpopulation schließen, dass niemals Eidechsen nach Mallorca gelangt sind.

Gerade bei diesem Thema ändern neue Funde das bekannte Verbreitungsbild immer wieder. Für einen Reiseführer ist es daher sinnvoller, zwischen ursprünglichen Populationen, einzelnen Nachweisen und dauerhaft etablierten eingeschleppten Populationen zu unterscheiden.

Kann man einen Ausflug zu den Balearen-Eidechsen machen?

Cabrera ist eines der interessantesten Ziele für Naturfreunde. Der Archipel liegt südlich von Mallorca und steht als Nationalpark unter besonderem Schutz.

Bei einem Ausflug sollte die Eidechsenbeobachtung allerdings nicht wie ein Zoobesuch verstanden werden. Es handelt sich um Wildtiere in einem empfindlichen Inselökosystem. Ob und wie viele Tiere man sieht, hängt unter anderem von Ort, Wetter, Jahreszeit und Tageszeit ab.

Wer einen Ausflug plant, kann vorab Tagesausflüge und Bootstouren auf Mallorca bei GetYourGuide vergleichen. Dabei sollte man genau auf die jeweilige Route achten, denn nicht jede Bootstour führt nach Cabrera.

Geckos und Eidechsen nicht von Insel zu Insel transportieren

Was wie eine Kleinigkeit klingt, kann für isolierte Inselpopulationen erhebliche Folgen haben. Reptilien sollten niemals eingefangen und auf einer anderen Insel wieder ausgesetzt werden.

Die Populationen der Balearen-Eidechse sind teilweise genetisch und äußerlich deutlich voneinander differenziert. Außerdem können eingeschleppte Fressfeinde auf kleinen Inseln enorme Schäden verursachen. Gerade die Geschichte von Podarcis lilfordi zeigt, wie empfindlich Inselökosysteme gegenüber eingeführten Arten sein können.

Welche anderen Reptilien gibt es auf Mallorca?

Geckos sind nicht die einzigen Reptilien, denen Urlauber begegnen können. Besonders auffällig sind die verschiedenen Schlangenarten der Insel.

Mehr dazu steht in unserem ausführlichen Artikel Schlangen auf Mallorca: Arten, Vorkommen und Gefahr.

Wer einen größeren Überblick sucht, findet unter Tiere auf Mallorca weitere Informationen zur Tierwelt der Insel. Für Badeurlauber ist außerdem unsere Übersicht über Tiere im Wasser rund um Mallorca interessant.

Eidechsen und Geckos auf Mallorca: häufige Fragen

Gibt es auf Mallorca Eidechsen?

Die ursprünglich auf der Hauptinsel heimische Balearen-Eidechse ist dort vor ungefähr 2.000 Jahren ausgestorben. Heute lebt die Art vor allem auf vorgelagerten Inseln und im Cabrera-Archipel. Wissenschaftlich beschrieben sind allerdings auch einzelne beziehungsweise eingeführte Vorkommen auf Mallorca.

Welche Geckos gibt es auf Mallorca?

Für Mallorca sind unter anderem der Mauergecko (Tarentola mauritanica) und der Europäische Halbfingergecko (Hemidactylus turcicus) nachgewiesen. Eine wissenschaftliche Untersuchung von Geckos auf Mallorca untersuchte ausdrücklich beide Arten.

Sind Geckos auf Mallorca giftig?

Nein. Die auf Mallorca vorkommenden Mauer- und Halbfingergeckos sind für Menschen nicht giftig.

Sind Geckos im Hotel gefährlich?

Nein. Ein Gecko, der sich in ein Hotelzimmer oder Ferienhaus verirrt hat, ist normalerweise harmlos. Am besten ermöglicht man dem Tier einen Weg nach draußen und versucht nicht, es mit der Hand zu fangen.

Warum sitzen Geckos nachts an der Wand?

Geckos finden dort häufig Nahrung. Lampen ziehen Insekten an, und beleuchtete Mauern werden dadurch zu guten Jagdplätzen.

Können Geckos an Wänden und Decken laufen?

Ihre speziell aufgebauten Zehen ermöglichen Geckos eine sehr gute Haftung auf vielen Oberflächen. Deshalb können Urlauber sie an senkrechten Hauswänden und anderen Flächen beobachten.

Was ist der Unterschied zwischen Mauergecko und Halbfingergecko?

Der Mauergecko wirkt normalerweise kräftiger, besitzt eine auffällig raue, höckerige Haut und einen breiteren Kopf. Der Europäische Halbfingergecko ist zierlicher und kann heller oder leicht durchscheinend wirken. Die Färbung allein ist allerdings kein zuverlässiges Bestimmungsmerkmal.

Wo kann man die Balearen-Eidechse sehen?

Natürliche Populationen leben auf zahlreichen kleinen Inseln rund um Mallorca und Menorca sowie im Cabrera-Archipel. Insgesamt nennt eine moderne populationsgenetische Untersuchung Vorkommen auf 43 vorgelagerten Inseln und Inselchen sowie auf Cabrera.

Warum gibt es auf Mallorca keine große Population der Balearen-Eidechse mehr?

Als wichtigste Ursache für das historische Aussterben auf Mallorca gelten vom Menschen eingeführte terrestrische Fressfeinde. Die kleinen vorgelagerten Inseln dienten Populationen als Rückzugsräume.

Darf man Geckos oder Eidechsen fangen?

Wildlebende Reptilien sollte man grundsätzlich in Ruhe lassen. Bei den geschützten und teilweise sehr isolierten Populationen der Balearen-Eidechse ist besondere Zurückhaltung angebracht. Tiere dürfen insbesondere nicht eigenmächtig zwischen Inseln transportiert werden.

Fazit: Auf Mallorca sind Geckos für Urlauber viel typischer als Eidechsen

Wer während eines Mallorca-Urlaubs ein kleines Reptil an einer Hotelwand entdeckt, sieht sehr wahrscheinlich einen Gecko. Besonders der kräftige Mauergecko und der wesentlich zierlichere Europäische Halbfingergecko gehören zu den Arten, denen Besucher begegnen können.

Bei den Eidechsen ist die Geschichte ungewöhnlicher. Die Balearen-Eidechse gehörte zur ursprünglichen Fauna Mallorcas, verschwand aber vor ungefähr 2.000 Jahren von der Hauptinsel. Als wahrscheinlichste Ursache gelten vom Menschen eingeführte Fressfeinde. Auf kleinen vorgelagerten Inseln und im Cabrera-Archipel konnte sie dagegen überleben.

Gerade diese isolierten Populationen machen die Balearen-Eidechse zu einem bemerkenswerten Bestandteil der Tierwelt der Balearen. Für Urlauber gilt jedoch: Tiere beobachten und fotografieren, aber nicht anfassen, fangen oder an einen anderen Ort bringen.

Wer für seine Mallorca-Reise noch eine Unterkunft sucht, kann Unterkünfte auf Mallorca bei Booking.com vergleichen. Für Ausflüge und organisierte Touren gibt es außerdem Mallorca-Tagesausflüge bei GetYourGuide.

Kommentar hinterlassen